Montag, 20. Februar 2006

wo ist der Monat hin?

Kaum zu glauben, aber wahr: Heute ist es genau einen Monat her, seit ich Deutschland verlassen habe! Einerseits erscheint es mir wie eine halbe Ewigkeit seit ich all meine lieben Freunde (und Familie natuerlich) das letzte Mal gesehen habe, andererseits kommt es mir so vor, als sei ich gestern erst hier angekommen.
Mittlerweile hat definitiv der Alltag Einzug gehalten, seit etwa einer Woche funktioniert die Dusche wieder, d.h. ich muss momentan nicht mit Eimer und Schoepfkelle duschen (fragt sich nur wie lange), aber das Wasser ist weiterhin kalt! Brrrr! Mein thai macht langsam, aber sicher Fortschritte. Ich bin jetzt soweit, dass ich ein klein wenig smalltalk machen kann und auch so unterwegs nicht komplett aufgeschmissen bin. Ich kann nach dem Weg fragen (und die Antwort verstehen), mich beim Einkaufen verstaendigen, bis 100 Millionen zaehlen, die Uhr lesen (was gar nicht so einfach ist, da es in thai fuenf verschiedene Tageszeiten gibt und fuer jede Zeit muss man die Uhrzeit anders sagen, ich kann die Wochentage und Monate,....
Wenn ich mir das so anschaue ist es doch schon einiges was ich in der kurzen Zeit gelernt habe und dabei habe ich nach dem Unterricht immer das Gefuehl, nicht ein Wort von dem behalten zu haben, was ich gerade gelernt habe.
Heute nachmittag hatte ich diesbezueglich ein kleines Highlight-Erlebnis. Ich war mich mit meiner Mitbewohnerin (sie ist thai) am unterhalten - halb englisch/ halb thai und sie wollte dann wissen wie lange ich denn schon in Thailand bin (sie ist erst gestern von ihrer DTS heimgekommen), als ich antwortete, dass ich seit 1 Monat hier bin, wollte sie es mir nicht glauben, da ich schon soviel Woerter und so kenne. Ich sag euch, dass ging runter wie Oel!
So jetzt hab ich mal wieder einen halben Roman geschrieben, also verabschiede ich mich jetzt und versuche euch dieses Mal nicht ganz so lange warten zu lassen. :o)
Lieben Gruss,
Hanna

Freitag, 3. Februar 2006

Meine ersten Versuche mit Thai und den 5 Tonlagen!

Meine zweite Woche neigt sich dem Ende zu und ich habe bereits 10 Stunden Sprachunterricht hinter mir. Es ist unglaublich das allein ein bisschen mehr Sprachkenntnis soviel zum Wohlbefinden beitragen kann. Aber die verschiedenen Tonlagen sind zum verzweifeln.
Das Wort "ma " zum Beispiel: im gewoehnlichen Ton bedeutet es "Komm", im hohen Ton bedeutet es "Pferd" und im steigenden Ton bedeutet es "Hund". Ihr koennt euch also vorstellen, dass meine Lehrerin und ich oft viel Spass zusammen haben.
Ansonsten gewoehne ich mich allmaehlich an den Alltag und die Umgebung hier, obwohl bestimmt noch eine Weile vergehen wird, bis ich mich hier richtig heimisch fuehle.
Vergangenen Freitag waren einige von uns (Tamar) bei einem Gottesdienst in einer befreundeten Gemeinde, die dieses Wochenende einen Gastredner+Team aus den USA da hatten. Um eine lange Geschichte kurz zu machen. Der Abend war reich gesegnet. Etliche der Maedchen erlebten Heilung oder durften erleben wie Gott sie gebrauchte um andere zu heilen. Gestern im Gottesdienst haben etliche von ihnen Zeugnis gegeben.
Ich sag euch es war sehr bewegend. Auch ich durfte Gott ganz nah erleben. Allerdings war es recht persoenlich, deswegen moechte ich es nicht auf dieser breiten Platform erlaeutern. Ihr koennt mir aber gerne eine email schicken und nachfragen, wenn ihr naehres wissen wollt. Ich will nur soviel sagen, es war genau das was ich gebraucht habe und eine starke Bestaetigung fuer mein Hiersein.
Mehr beim naechsten Mal.
Lieben Gruss,
Hanna

Freitag, 27. Januar 2006

Die erste Woche

Im Moment haargenau vor einer Woche war ich noch zuhause, wahrscheinlich gerade am fruehstuecken oder mich am fertig machen, um dann innerhalb der naechsten zwei Stunden zusammen mit meinem Papa, Tabea und Rahel zum Flughafen aufzubrechen.
Well, wie gesagt, am Montag abend waren wir im Rotlichtviertel. Das war schon sehr aufregend, schliesslich war dass das erste Mal fuer mich.
Es war schon ein sehr bewegendes Bild, als wir da waren war noch nicht ganz soviel los, was uns die Gelegenheit gab, wirklich ein bisschen mit den Maedels reden zu koennen, ohne staendig von potenziellen Kunden unterbrochen zu werden. Viele von ihnen sehen erschreckend jung aus. Ein Maedchen mit dem wir uns unterhielten, hatte erst vor 12 Tagen in dieser Bar angefangen und es war ihr deutlich anzumerken, dass sie viel lieber irgendwo sonst auf der Welt gewesen waere, als in dieser Bar. Waehrend wir uns mit ihr am unterhalten waren, war sie sich am schminken und fertig machen fuer den Abend, das arme Maedchen war total ueberfordert - sie hatte bis sie dort angefangen hatte in ihrem Leben noch nie Make-up benutzt und es auch gar nicht noetig gehabt und jetzt sass sie ganz verloren da mit ihren ganzen Utensilien und wusste gar nichts richtig damit anzufangen. Das sind dann so Momente, die einem wirklich das Herz brechen. Sie sah so verloren und hilflos aus.
Ja und dann sind da natuerlich die anderen Maedchen die irgendwann dicht machen und hart werden. Fuer sie ist es wirklich nur noch ein "Job" und sie lassen sich mit Geld "troesten".
Mittlerweile war ich schon das dritte Mal beim Englischunterricht dabei, was echt Spass macht.
Was mir besonders viel bedeutet, ist das wir am Ende vom Unterricht immer fragen, ob noch jemand Gebet will und bisher konnte ich noch jedesmal mit einem Maedchen beten.

Das sind so Momente, wo ich Gott einfach nur noch dankbar bin, weil ich merke, dass ist wo mein Herz ist, wo ich aufgehe, dass ist der Grund warum ich hier bin - eine Bruecke zu schlagen, zwischen diesen Maedchen und Gott.
Ansonsten bin ich noch dabei mich in alles reinzufinden. Evtl. werde ich auch nochmal umziehen, da meine momentanige Unterkunft nicht wirklich was fuer auf Dauer ist.
Dies ist also auf jeden Fall nochmal ein Gebetsanliegen! Das ich ein gutes Zimmer oder Appartment finde, das fuer meine Beduerfnisse passt (auch von der Lage und Erreichbarkeit her) und vor allem fuer mich finanzierbar ist!

Montag, 23. Januar 2006

Der erste Tag im Tamar Center

Nochmal kurz zu dem Gottesdienst gestern. Das war so schoen und es tat so gut zu spueren, dass Gott ueberall der gleiche ist, egal wie unsere Hautfarbe ist, welche Sprache wir sprechen oder in welchem Erdteil wir uns befinden - fuer IHN spielt das keine Rolle! Er veraendert sich nicht und er verlaesst uns nicht.
Heute ist mein erster richtiger Tag hier im Tamar Center. Heute morgen hatte ich dann erstmal ein Orientierungsgespraech mit Nella, der Leiterin des Centers. So wird meine Hauptprioritaet fuer den Anfang das Sprachstudium sein. Ansonsten werde ich je nach dem wie es hier Mitarbeiter-maessig weiterhin aussieht, entweder Englisch unterrichten oder sogar einen Deutschkurs anfangen. D.h. damit waere ich dann erstmal voll auf beschaeftigt, da ich dann erstmal das ganze Material erstellen muesste usw.
Ausserdem gehen wir heute am fruehen Abend noch fuer 1-2 Stunden ins Rotlichtviertel.

Ich bin froh, dass es so eine spezielle Aufgabe fuer mich gibt und gerade mit dem Deutschunterricht, dass ist etwas was nur ich tun kann.
Ueber den Rest werde ich vermutlich gegen Ende der Woche mehr schreiben, da ich im Moment selber noch nicht so ganz den Ueberblick habe.

Gottes Segen,
Hanna

Sonntag, 22. Januar 2006

Ankunft in Thailand

Sawasdie kaa,
schoene Gruesse aus Pattaya. Nach 10,5 Stunden angenehmen Flug bin ich gestern um 7:30 in Bangkok gelandet. Nach einer halben Ewigkeit an Wartezeit vor der Passkontrolle war ich in Null komma nix durch die Gepaeckabholung und den Zoll. Drausen hat auch gleich ein Taxi auf mich gewartet, dass mich nach Pattaya brachte. Da bin ich so gegen Mittag eingetroffen.
Hier wohne ich jetzt zusammen mit Cath aus England und einer Thailaenderin (die allerdings erst im Februar kommt) in einem kleinen Haeuschen. Im Moment ist mein Zimmer mal von einem duennen Matratzenlager und einem Kleiderschrank abgesehen noch total leer- hoffentlich nicht fuer lange.
Nach meiner Ankunft gestern sind wir erstmal etwas essen gegangen.
Nachmittags habe ich etwas geschlafen, bevor wir Abends nochmal essen sind. Das wird hier erstmal wieder eine Umstellung, da wir hier in der Regel, nur das Fruehstueck zuhause essen und den Rest ausserhalb.
Letzte Nacht habe ich dann 12 Stunden am Stueck geschlafen.
Heute um eins habe ich hier vor Ort einen Gottesdienst teilgenommen, dort habe ich auch ein kanadisches und ein deutsches Team getroffen.
Jetzt haenge ich noch ein bisschen mit dem deutschen Team rum, u.a. eben jetzt in diesem Internet Cafe. Hier ist es jetzt 18:40 Uhr Ortszeit. D.h. bei euch muesste es jetzt 12:40 Uhr sein.

Also, macht's gut und Gottes Segen,
euch allen,
Hanna